Geldsorgen

Die Finanzen belasten unsere Beziehung

Tabuthema Geld

Die Deutschen sprechen, laut einer Studie der Comdirect Bank, noch seltener über Geld als über Sex.  Wir glauben, zwischen Geld und Liebe wählen zu müssen, die Beziehung zu belasten wenn wir finanzielle Dinge offen ansprechen. Wer jedoch finanziell von einem anderen Menschen abhängig ist, der riskiert damit seine Freiheit und seine Sicherheit. So können Geldkonflikte schnell zu einer existentiellen Bedrohung werden.

Geld ist in unserer Gesellschaft mehr als ein Zahlungsmittel. „Der Wert eines Menschen“ wird oftmals darüber definiert, was er verdient. Großes Konfliktpotential birgt daher die Frage, was denn die Arbeit im Haushalt oder die Kindererziehung in Euro und Cent wert sei. Wenn der Hauptverdiener, der bis heute meistens noch der Mann ist, dem Partner, der zu Hause bleibt, Geld zur Verfügung stellt, und dies auch noch als „Taschengeld“ deklariert wird, ist das abwertend und führt sicher zu Auseinandersetzungen. Noch schwieriger wird es, wenn die Aufgaben nicht so klar vergeben sind.
Der Ausweg: Sprechen Sie so früh es geht offen über Geldfragen.

Am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WBZ) haben Soziologen untersucht, wie unabhängig ein eigenes Einkommen den Einzelnen in einer Beziehung macht. Das Ergebnis: Entscheidender als der eigene Verdienst ist das Beziehungskonzept. Davon hängt ab, ob sich die Partner für getrennte oder gemeinsame Konten entscheiden und wie sie Kosten aufteilen. Es gibt das Konzept, bei dem ein Paar im Kollektiv Einnahmen und Güter teilt, für die Individualisten hingegen ist es wichtig, ein eigenes Konto und damit ihre Unabhängigkeit zu erhalten. Es ist sicher schöner aus Liebe zusammen zu bleiben, als aus materiellen Zwängen.

Lassen  Sie uns gemeinsam ein Tabu brechen:
Sprechen wir über Geld in Ihrer Beziehung.

Ich versichere Ihnen: das macht sie beide reicher.

Mehr Infos zum Thema unter: Süddeutsche.de

 

 Paare berichten

„Kommt es vor, dass Sie mit Ihrem Partner in Bezug auf Geld und Ausgaben unterschiedlicher Meinung sind und sich deswegen streiten?“

  • Häufig 3%
  • ab und zu: 20%
  • selten: 28%
  • so gut wie nie: 46%
  • weiß nicht: 3%

Quelle: Statista 2014

Wer hat wieviel Geld?

Laut einer Analyse der Bundeszentrale für politische Bildung haben Alleinlebende mit 1461 Euro pro Monat die höchsten Konsumausgaben pro Kopf. Alleinerziehenden Männern und Frauen und ihren Kindern stehe im Vergleich dazu nur gut die Hälfte zur Verfügung, Paaren mit Kindern mit 861 Euro kaum mehr – es müssen sich eben mehrere Personen das Haushaltseinkommen teilen, auch wenn dies höher sein mag.

Dieser Status zeigt sich deutlich im Konsumverhalten der Singles. Keine andere Haushaltsgruppe gibt im Vergleich mehr für Ernährung, Bekleidung und Wohnen aus. Alles in allem entfallen darauf in dieser Gruppe 59 Prozent der Verbrauchsausgaben, mehr als bei jedem anderen Haushaltstyp.

Wie groß die Unterschiede sind, zeigt sich etwa am Beispiel Bayerns. Dort bewohnt ein Einpersonenhaushalt nach Angaben des Statistischen Landesamtes im Schnitt 73 Quadratmeter. Paare ohne Kinder kommen auf knapp 50 Quadratmeter pro Person, bei Paaren mit Kindern sind es nur noch 34 Quadratmeter pro Person. Wie groß der Wohnraum pro Nase ist, beeinflusst indes entscheidend den Energieverbrauch jedes Einzelnen – und damit auch dessen Umweltbilanz, insofern ist die der Singles sehr schlecht.

Quelle: Die Welt vom 04.06.2014

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