Paartherapie, Beziehung, Eheberatung

Bekenntnis oder auf Neudeutsch: Commitment

1.Wofür stehe ich

Ich weiß nicht, ob Ihnen das was sagt, aber vielleicht kommt Ihnen das bekannt vor, dass Sie sich manchmal auch fragen, warum eigentlich? Wofür das alles? Wofür lebe ich denn eigentlich und wofür stehe ich und wofür brenne ich? Es ist sehr vielfältig für was wir uns alles bekennen können und fängt mit Kleinigkeiten an: Der Steuerberater möchte eine Erklärung haben; es gibt Leute, die bekennen sich zu ihrem vegetarischen Essen oder Menschen bekennen sich als Hochstapler oder gar als Callgirl.

Sie kennen bestimmt ganz berühmte Persönlichkeiten, die schon sagten, hier steh ich und kann nicht anders – und ganz genau das sollte auch für Sie ganz extrem wichtig sein, dass Sie sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen oder hineinstürzen: Wozu bekenne ich mich denn eigentlich und wofür stehe ich?

 

2. Sich selbst ertragen & bekennen

Hört sich doch prima an, aber wie genau komme ich denn dahin, mich zu bekennen? Nun, Sie wissen ja, Sommerzeit ist generell Reisezeit und schon Sokrates hat gesagt „die längste Reise ist die auf dem Wege zu mir selbst“ und genau da geht es los mit dem sich selber annehmen und sich selber erkennen.

Nun, ganz konkret kann das für Sie heißen, dass Sie lernen, sich besser auszuhalten, und genau das sollten Sie einmal probieren. Stellen Sie sich einmal hin, auch vor den Spiegel und schauen Sie sich genau an, ertragen Sie sich oder setzen Sie sich hin und atmen, denn genau das ist das, was Sie sich selber näher bringt und sich selber auszuhalten. Lassen Sie sich überraschen, wie gut dann auch andere Sie aushalten können und genau das, ist dann für Sie zum Beispiel der erste Schritt zum Selbstbekenntnis

 

3. Stärken Schwächen Liste

Nun wir wissen schon, das startet natürlich mit einer Form der Selbsterkenntnis. Aber wenn ich dann da bin, wie schaffe ich es denn tatsächlich zu mir selber zu stehen, mich zu bekennen. Das hat natürlich was mit unserem gesamten Spektrum zu tun. Ich schaue mir meine Schwächen, meine Herausforderungen genauso an, wie meine Fähigkeiten – und wenn Ihnen das schwerfällt, schreiben Sie mal eine große Liste: was kann ich besonders gut, wo bin ich nicht so gut und wo habe ich noch Herausforderungen.

Die Psychologen nennen das eine nicht-narzistische Nabelschau betreiben. Und wenn Ihnen das ganz schwerfällt, fragen Sie doch mal Ihre Kollegen, Ihre Freunde und Familie. Die helfen auch nochmal auf die Sprünge und wenn Sie es dann schaffen, zu sich selber zu stehen, mit allem, was Sie so haben, dann sind Sie sicher auf einem guten Wege.

 

4. Bekennen zum Partner

In meiner täglichen Arbeit sitze ich sehr viel mit Paaren zusammen und was glauben Sie, was da eine der größten Herausforderungen ist? Nicht etwas Kommunikation, schlechter oder guter Sex, oder wer räumt den Staubsauger weg. Nein, es ist in der Tag das fehlende Commitment – zu einander stehen, so sind viele Küsse nur ein Lippenbekenntnis.

Und den Unterschied, den Sie machen können, wenn Sie sich zu Ihrem Partner tatsächlich bekennen, wenn Sie sagen, wir gehen jetzt Hand in Hand in dieses Stück, dann erleben eine komplett andere Qualität. Schauen Sie doch einmal was passiert, wenn Sie sagen, wir gehen zusammen, denn Gemeinsamkeiten verbinden, machen stark und schauen Sie mal, wie Sie sich dadurch besser kennenlernen.

 

5. Bekennen zum Job

Sind Sie gerade bei der Arbeit oder haben Sie heute noch viel vor? Nun, genau darum geht es. Wie steht es eigentlich um das, was Sie tun beruflich. Nicht jeder Beruf, muss auch eine Berufung sein. Aber schauen Sie doch einmal, wie Sie zu dem, was Sie tagtäglich machen, womit Sie Ihre Lebenszeit verbringen, eigentlich stehen. Können Sie sich zu Ihren Kunden, zu Ihrem Chef, zu Ihrem Aufgabenfeld bekennen? Oder sagen Sie, dass ist eigentlich alles gar nichts für mich? Gibt es eine Unternehmenskultur, zu der Sie tatsächlich stehen können?

Und wenn Sie dann rein gar nichts finden, zudem Sie sich bekennen können, nun dann wäre es in der Tat vielleicht langsam an der Zeit, sich etwas Neues zu überlegen. Warum macht es überhaupt Sinn, sich zu seiner Arbeit zu bekennen? Und schauen Sie einmal, wie viel Zeit Sie verbringen, wie viel Lebenszeit Sie investieren, und wäre es nicht schade, wenn das völlig ohne Plan, ohne eigenes Bekenntnis sinnlos dahin plätschern würde? 

Hergen von Huchting, Paartherapeut über die Geheimnisse langer Beziehungen

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