Paartherapie, Beziehung, Eheberatung

Der Stress – dein Freund und Helfer?

„Ich bin ja so gestresst“, „Ich schaff das alles nicht mehr“: Kennen Sie das?

Das Wort Stress ist negativ besetzt. Allerdings ist Stress per se nicht schlecht oder schädlich, sondern ein Hinweis für den Körper sich auf Herausforderungen optimal vorzubereiten. Wir sind durchaus dafür gemacht mit Anstrengung umzugehen, nur chronische Überbelastung ist schädlich und kann zum Burnout führen.  Die Art und Weise wie wir Stress interpretieren macht ihn anstrengend. Beispiel: Der Hummer, weiches Schalentier, 70 cm / 9 kg / 100 Jahre / wirft seinen Panzer mehrmals ab / Wachstumsimpuls (Stress) geht nicht zum Arzt und verlangt Pillen… Überprüfen Sie doch einmal, welche Signale / Reize Sie anregen oder fördern wollen, und welche wirklich schädlich sind und welche sie besser vermeiden sollten.

Wieso können einige anscheinend besser mit Stress umgehen?

Fachbegriff: Resilienz / psychisch widerstandsfähiger / seelisches Immunsystem (Kindheit: Wertschätzung, Ermutigung, Unterstützung)
Kann man trainieren, gibt verschiedene Faktoren:
Akzeptanz: Das was unvermeidbar ist (Verhalten anderer, Älterwerden, Wetter …)
Nach Vorteilen suchen, welchen Nutzen? Dadurch viel gelassener.
Bin gespannt, welche bislang total nervige weil unvermeidbare Situation oder Begegnung Sie sich heute wählen, um sich in Akzeptanz und Gelassenheit zu üben, und damit ihre persönliche Resilienz / Widerstandsfähigkeit zu trainieren.

Können Sie sich gut konzentrieren?

Ein wesentlicher Faktor für Stress ist „Ablenkung“. Wir werden von etwas abgelenkt und sind schwups- nicht mehr richtig bei der Sache. Unsere Gedanken driften ab und ziehen viel Energie ab. Auch wenn wir glauben unsere Gedanken kämen rein zufällig und unsortiert, wir in Wahrheit uns den ganzen Tag unbewusst wie in einer Dauerschleife mit denselben Gedanken beschäftigen. Wissenschaftler haben beobachtet, dass wir uns im Laufe eines Tages zwischen 70 und 90 % mit immer den gleichen Gedanken beschäftigen. Produziert die gleiche Chemie in uns. Konzentrieren Sie sich auf eine Sache zur Zeit. Smartphone beim Essen / Fernseher, beim Spielen mit Kinder, bei Gesprächen… Beobachten Sie sich heute doch einmal selbst wann und wo Sie sich am liebsten ablenken lassen, um sich dann ganz bewusst auf genau nur eine Sache zur Zeit zu konzentrieren.

Ich kann mich entscheiden, wie ich mich mental ausrichte. Nicht rosarot denken und Schwierigkeiten ausblenden, aber den Fokus auch auf positive Gefühle richten: Zweierlei können Sie tun: Morgens schon vorm Aufstehen überlegen, wem Sie heute etwas Gutes tun möchten.
Abends: Glückstagebuch führen und drei positive Ereignisse aufschreiben (können Kleinigkeiten sein), so dass, wenn Sie Ihren persönlicher Bestseller aufschlagen, wenig Seiten/ Platz mit Stress gefüllt sind.

Sagen Sie, wie kriegen Sie die Dinge im Allgemeinen denn so hin? Haben Sie Erfahrung, Handwerkszeug? Natürlich haben sie das, nur, wenn ich mich hilflos fühle, ist das Stress. Es gilt daher Selbstwirksamkeit zu stärken. Schauen Sie auf Ihre Erfolge (können auch scheinbar banale Dinge sein: Familie, Kinder, Job, Gesundheit, Sport…)
Denken Sie an frühere Situationen, in denen Sie Erfolge erzielt haben, und machen Sie sich bewusst dass Sie und ihre Fähigkeiten dazu beigetragen haben. So fühlen Sie sich gleich weit weniger machtlos und weniger gestresst. Probieren Sie das doch gleich mal an einer aktuell schwierigen Situation aus und lassen sich von sich selbst überraschen, wie wirksam sie doch agieren können und auch dieses Mal wieder eine Lösung gefunden haben. 

In Gemeinschaft sind wir besser aufgehoben und fühlen uns weniger gestresst.
Pflegen Sie doch wieder einmal bewusst ihr soziales Netzwerk. Nicht Facebook oder Instagram, sondern reale soziale Kontakte. Machen Sie Einzahlungen auf ihr „Sozialkonto“. Lob, Anerkennung, ein freundliches Lächeln, eine nette Geste, respektvolles Miteinander sind eine Währung, die immer noch die besten Zinsen bringt. Wenn Sie dann selber einmal gerne Unterstützung hätten oder Hilfe brauchen, sind „Rückzahlungen“ viel wahrscheinlicher. Schauen Sie heute Abend doch einmal bewusst auf Ihren „Kontostand“ und freuen Sie sich über Ihre Einzahlungen. 

Hergen von Huchting, Paartherapeut über die Geheimnisse langer Beziehungen

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