Paartherapie, Beziehung, Eheberatung

Ich müsste sollte wollte endlich mal… aber woher die Motivation nehmen?

Allgemein 

Sie kennen das sicher: Wichtige Dinge stehen an oder schon ewig wollten Sie ein ganz bestimmtes Projekt umsetzen, nur irgendwie können Sie sich dann doch nicht aufraffen, es fehlt einfach die richtige Motivation, oder?
Unsere eigenen Motive zu ergründen ist dabei leichter gesagt als getan, denn oft streben wir nach ganz anderen Sachen, als wir denken. Wir sind stets einem komplexen Motivmix ausgesetzt: Sozialisation, kulturelle Normen und unsere Bezugspersonen spielen da eine ganz wichtige Rolle. Dazu kommen unsere ureigensten Triebe, die drei Grundlegendsten sind: Leistung, Macht und Anschluss. 

Es gilt nun, die Motivationssysteme miteinander abzugleichen. Weichen äußere Ansprüche zu sehr von unseren eigenen, inneren Bedürfnissen ab, kommt es zu Spannungen, und im schlechtesten Fall passiert dann erst einmal gar nichts. Überlegen Sie doch einmal was für Sie tatsächlich am meisten zählt, wo Sie sich wirklich wohl fühlen, nicht was Sie denken, was Sie tun sollten…

 

Job 

Schon Aristoteless hat gesagt: Freude an der Arbeit lässt das Werk vortrefflich gelingen: Aber mal ganz ehrlich, welcher Job macht schon immer nur Spaß? Wenn Sie auch mal einen „Hänger“ haben, und am liebsten alles hinschmeißen würden, nun da habe ich sechs ganz praktische Tipps für Sie, wie Sie doch noch durch den ach so langen Tag kommen:

Meiden Sie Unterbrechungen: Schotten Sie sich von allen Ablenkungen wie Besuche, Mail oder Telefon ab und machen Sie sich an die ungeliebte Aufgabe. Je häufiger wir unterbrochen werden, umso schwerer ist das Durchhalten.

Ändern Sie Ihren Fokus: Konzentrieren Sie sich bewußt auf die positiven Aspekte, negatives raubt uns Energie und reißt Motivationslöcher. Stellen Sis sich schon morgens Ihren Tag so vor, wie er optimal laufen könnte.

Belohnen Sie sich selbst: Stellen Sie sich eine Belohnung in Aussicht, wenn Sie die unangenehme Aufgabe hinter sich gebracht haben. Darauf können Sie dann hinarbeiten.

Machen Sie kleine Schritte
Setzen Sie sich kleine Etappenziele, wie z.B. 1 Stunde, und machen Sie danach eine Pause.

Machen Sie den 5 Minuten Deal:
Sie verpflichten sich selber, die ungeliebte Aufgabe heute nur genau 5 Minuten anzugehen.
Meist ist es nur die Überwindung überhaupt anzufangen, die uns hindert., und seien sie entsprechend stolz, wenn Sie sich dann überwunden haben.

Lassen Sie sich anstecken: Suchen Sie sich bewusst die Gesellschaft von Menschen, die mit ihrer Energie mitreißen können, ich bin sicher auch unter ihren Kollegen wird sich so jemand finden. Und morgen sind Sie dann vielleicht schon derjenige/diejenige, die die Anderen motivieren kann. 

 

Selbstkontrolle

Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach…was hat denn eigentlich Selbstkontrolle mit Motivation und Zielerreichung zu tun?
Also, wer sein Gefühle und Handlungen gut Steuern kann, ist im Schnitt erfolgreicher, besser gebildet, gesünder, vermögender und bei anderen beliebter. Wie verlockend! Die gute Nachricht ist: Selbstkontrolle lässt sich trainieren wie ein Muskel. Mit regelmäßigen niedrig dosierten Übungen und entsprechenden Pausen können wir unsere Selbstkontrolle stärken. Ein ganz einfacher Weg dahin ist zum Beispiel die „wenn dann Regel“: Wenn ich esse, dann schalte ich mein Handy aus, wenn die Sportschuhe morgens vor meinem Bett stehen, dann gehe ich joggen..“.

Ebenso hilfreich ist es, sich langfristige Konsequenzen vor Augen zu führen, das Verlangen in der Gegenwart eher als „unnötig“ zu betrachten, und die Folgen, wie z. B. im Alter kein Geld zu haben, als „Prio1“ zu bewerten.

Das soll jedoch keineswegs heißen, dass Sie sich von nun an nur noch kontrollieren müssen. Immer nur hart gegen sich selbst zu sein um erst später etwas davon haben zu können, scheint mir nicht besonders verlockend. Bleiben Sie neugierig und suchen Sie für sich selbst die Balance zwischen dem Genuß des Augenblickes und angemessener Kontrolle zu finden.

 

Flow 

Sagen Sie, kennen Sie das Gefühl, wenn die Motivation so richtig mit ihnen durchgeht, dass sie so gut bei der Sache sind, dass sie in einen Flow kommen, wie Psychologen diesen Zustand beschreiben? Es gibt einige Tipps, wie sie mit Schub zu diesem Höhenflug kommen:

  • Machen Sie sich die Bedeutung ihrer Aufgaben bewusst.
  • Setzen Sie sich klare Ziele und holen sie sich Feedback ein, so oft Sie können.
  • Schaffen Sie Handlungsspielräume, in denen sie auch selber entscheiden können, wann Sie Pause machen.
  • Holen Sie sich bei Schwierigkeiten Unterstützung von anderen.
  • Genauso wichtig: Bearbeiten Sie wirklich wichtige Aufgaben morgens, ca eine Stunde nach dem Aufstehen.
  • Wann immer Sie müde werden, aktivieren Sie sich mit leichter Bewegung, etwas einem Spaziergang.
  • Wenn Sie sich gestresst fühlen machen Sie Atem- und Entspannungsübungen
  • Suchen Sie sich Anforderungen, die Ihren Fähigkeiten entsprechen.
  • Sorgen Sie für ausreichend Entspannung am Abend.

So aufgestellt machen Sie sich bei der Arbeit oder auch privat an ihre Aufgaben und genießen Sie den Zustand, wenn Sie Zeit und alles um sich herum auf angenehme Art und Weise vergessen. 

 

Tellerrand

Wenn Sie die Welt ab und an mal mit anderen Augen sehen, kann das ganz entscheidend dazu beitragen, Ihre Motivation und Ihre Kreativität gezielt zu fördern.
Unsere Schaffenskraft wird fataler Weise oft von unserem eigenem Ich gebremst. Schaffen wir ein wenig Distanz zu uns, tun wir zum Beispiel so als ginge es um andere, sind wir oft viel origineller und kreativer.

Gehen Sie also mal in zeitliche und räumliche Distanz zu Ihren Aufgaben. Sie kennen sicher das Phänomen, dass Sie sich anders verhalten, je nachdem mit wem Sie gerade zusammen sind. Immer in der gleichen Umgebung, mit immer den gleichen Kollegen, sind wir immer das gleiche „Ich“. Wecken Sie doch einmal das „Alternativ-Ich“ in sich. Befreien Sie sich von dem, was Sie als „normal“ gelernt haben, und entdecken so völlig neue Möglichkeiten.

Begegnen sie doch zum Beispiel mal Andersdenkenden einmal ganz neugierig, anstatt sich immer nur auf altvertraute Kreise zu verlassen. Das könnte zu Beginn vielleicht ein wenig anstrengend sein, Sie aber letztendlich ein großes Stück weiterbringen, und auch Ihrer Motivation einen enormen Schub verpassen. 

Hergen von Huchting, Paartherapeut über die Geheimnisse langer Beziehungen

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