Wir müssen reden

Fremdgehen, Gründe und Folgen
Gespräch mit Prof. Dr. Ulrich Clement, systemischer Paartherapeut und Sexualforscher.
Aus „Zeit-Magazin Online “

ZEITmagazin ONLINE: Auch wenn die Zahlen extrem schwanken: Zwischen 15 und 60 Prozent, heißt es, würden während der Sommerurlaubszeit fremdgehen. Das bedeutet jetzt Krise vielerorts, womöglich Trennung. Warum ist uns Treue so wichtig, dass wir bereit sind, einem Bruch ganze Jahre glücklicher Beziehung zu opfern?

Ulrich Clement: Weil dadurch das Fundament der Liebe infrage gestellt wird: meine Einzigartigkeit. Liebe bedeutet ja, dass nur ich gemeint bin. Das Fremdgehen macht spürbar, dass meine Person eben doch punktuell austauschbar ist. Das tut wahnsinnig weh.

ZEITmagazin ONLINE: Aber eine einzigartige Liebe macht doch so viel mehr aus: gemeinsame Gespräche und Interessen, Werte und Humor. Warum fordert man ausgerechnet beim Sex diese Exklusivität ein? Ich habe ja auch kein Problem damit, dass mein Partner die ganze Nacht mit seiner Band verbringt, um Musik zu machen.

Clement: Sie verbinden damit keine Einzigartigkeit. Aber wehe, wenn Sie Musikerin und ehrgeizig sind und Ihr Partner macht mit einer anderen Musikerin was, dann bekommt das für Sie den gleichen Rang wie Fremdgehen, weil für Sie Musizieren hoch besetzt ist. Das Problem ist die Eifersucht: Gäbe es sie nicht, wäre Fremdgehen überhaupt kein Thema.

 ZEITmagazin ONLINE: Hat Eifersucht denn auch ihr Gutes?
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