Paartherapie, Beziehung, Eheberatung
  1. Wie Liebe gelingt 

Das hört sich doch nach Kuchen backen an, der mir gelingt oder nicht… und scheint irgendwie mit Arbeit verbunden zu sein… Passiert denn Liebe nicht ganz von alleine? Nun, sicher ist : Ohne die Liebe ist alles nichts, allerdings fällt diese nicht vom Himmel herunter. Oft verwechseln wir das „Verliebtsein“, diesen Rausch der Hormone der uns überkommt, mit wirklich lebendiger Liebe, und sind dann enttäuscht, wenn das Karussell an Fahrt verliert. Das muss aber gar nicht sein, wenn wir gemeinsam das Gelingen gestalten.
Liebe ist übrigens kein Fertighaus, sondern will aufgebaut und gepflegt werden. Auch die Liebe braucht ein festes Fundament und wenn sich mit der Zeit Risse oder Sturmschäden zeigen, gilt es diese natürlich zu reparieren. 

Nehmen Sie sich also Zeit für Ihre Beziehung, setzen Sie es nicht als selbstverständlich voraus – nach dem Motto: „Die Liebe wird’s schon richten…“. Nein, planen Sie feste Zeiten ein, an denen Sie miteinander ins Gespräch kommen, und zwar nicht über Alltägliches, sondern über sich ganz persönlich. Raten Sie einmal, wie lange sich Paare laut Statistik am Tage über persönliche Belange unterhalten: Ganze …6 Minuten. Ich bin sicher, diese Zahl stellen Sie doch lässig in den Schatten.

 

2. Wie Liebe gelingt 

Lassen Sie uns doch ausnahmsweise mal schauen, wie Liebe garantiert nicht funktioniert.
Es gibt da einen ganz bekannten amerikanischen Psychologen, John Gottman, hat in seinem wunderbaren Werk „Die sieben Geheimnisse der glücklichen Ehe“ beschrieben, dass es vier Faktoren gibt, die sich seiner Meinung nach so negativ auswirken, dass eine Beziehung dadurch mit großer Wahrscheinlichkeit scheitern wird. Er nennt diese Faktoren die vier „apokalyptischen Reiter„, in Anlehnung an die in der Bibel genannten Reiter, die den Weltuntergang prophezeien. 

Wir schauen einmal, welche Faktoren das in der Beziehung sind:

Kritik, Schuldzuweisungen und Anklagen und generellen Verurteilungen des Partners 

Verachtung, Geringschätzung des Partners

Rechtfertigung, Abwehr und Verleugnung der eigenen Anteile

Mauern, Schließen der Schotten und Rückzug.

Eine gute Idee ist sicher, wenn Sie einmal bei sich selber schauen, wann Sie in eines dieser Verhaltensmuster rutschen, welches Pferd Sie dann reiten. Seien Sie kreativ und überlegen Sie, welche Alternativen Sie für sich selber finden. 

 

3. Wie Liebe gelingt 

In meiner täglichen Arbeit mit Paaren haben sich fünf Themen herauskristallisiert, an denen es sich unbedingt lohnt zu arbeiten: 

  • Sich kennen – wissen, wer man selbst und wer der Partner ist
  • In Verbindung sein – aufmerksam sein für den Partner, sich ihm zuwenden
  • Sich respektieren – den Partner nehmen, wie er ist
  • Gleichgewicht herstellen – fair sein, gleichberechtigt bleiben, Macht teilen, ein Team sein
  • Mit Problemen umgehen – die lösbaren Probleme lösen, miteinander Wege für die nicht lösbaren Probleme finden

Fangen Sie doch einmal ganz pragmatisch mit dem ersten Punkt an, sich selber kennen und aushalten lernen. Sie werden lachen, aber fast alle Herausforderungen, mit denen wir in Partnerschaften zu tun haben, haben erst einmal nur mit mir selber zu tun. Dummerweise bietet sich unser Partner meist ganz hervorragend an um Ursache oder gar Schuld bei ihm zu finden. Das nächste Mal, wenn es bei Ihnen kriselt, schauen Sie doch einmal ob Sie dieses Thema nicht schon lange vor Ihrer Partnerschaft beschäftigt hat und wenn Sie dann Ihren Mißmut äußern, könnten Sie ja einmal so starten: „Liebling, das hat nicht s mit dir zu tun, aber mir geht es so oder so….“

 

4. Wie Liebe gelingt 

Wann hatten Sie denn eigentlich das letzte Mal Sex? Und ich rede nicht von den ehelichen Pflichten, die ja Gott sei Dank schon lange abgeschafft wurden… Sondern von Sex, der berührt und verbindet. Sex ist neben freudvoller Triebbefriedigung und Fortpflanzung nämlich auch eine ganz wunderbare Form der Kommunikation. Kommunikation, bei der wirkliche Nähe und Verbundenheit entstehen kann, und unsere Hormone unterstützen uns Bekannterweise auch noch dabei. 

Probieren Sie es doch einmal mit slow Sex. Nehmen Sie sich Zeit, gehen Sie nicht Ergebnis – oder leistungsorientiert an die Sache ran, sondern sein Sie neugierig und lassen sich ein auf das, was sich entwickelt. Machen Sie dafür doch mal einen Termin, an dem Sie ungestört sind. Jedes geschäftliche Ereignis steht ja auch in Ihrem Kalender. Warum nicht einmal sich Zeit für das Miteinander nehmen. Wenn Sie dann Ruhe sind und Raum haben, legen Sie sich einfach einmal nebeneinander und betrachten sich gegenseitig nur. Lassen Sie sich überraschen, was sich entwickelt, und lassen Sie sich bewusst berühren, innen wie außen. Schaffen Sie sich Momente, die Ihre Beziehung auf eine ganz besondere und intime Art tragen können.

 

5. Wie Liebe gelingt 

Wie denken Sie eigentlich über Liebe und Freiheit? Passt das für Sie zusammen, oder meinen Sie, Liebe geht immer automatisch mit Einschränkungen einher und für manche Leute ist so ein Ehering ja mehr ein Fangeisen. Ich denke, die Liebe ist ein Kind der Freiheit, und wahre Liebe lässt frei.

Sie ist nämlich kein Geschäftsmodell, bei dem ich ständig Kosten und Nutzen abschätze. Sie setzen sich ja auch nicht jeden Abend hin und ziehen Bilanz ob es sich gelohnt hat; frei nach dem Motto: Ich gebe nur etwas, wenn ich auch etwas bekomme. Sich in selbstloser Liebe zu üben, ist eine große Aufgabe und Sie können für sich ja einmal ganz praktisch anfangen und morgen früh mal Ihre/n Partner/in  fragen: „Schatz, was kann ich dir denn heute Gutes tun?“ 

Ich garantiere Ihnen, dass dieser Tag ein großartiges Geschenk für Sie beide wird.

Hergen von Huchting, Paartherapeut über die Geheimnisse langer Beziehungen

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